Wenn wir ehrlich sind: Wir waren ganz schön aufgeregt. Wochenlang haben wir Listen geschrieben, Aufgaben verteilt und trotzdem das Gefühl, irgendwas Wichtiges vergessen zu haben. Und dann war er da, der erste Tag unserer Ferienfreizeit.
Wir hätten es nicht besser treffen können: Unser Küchenteam war nicht nur gesund, im Sinne der Einsatzbereitschaft und Zuverlässigkeit, sondern auch mit der Wahl der Gerichte (das besondere Highlight war hier das Thai Curry). Es ist ein aufbauendes Gefühl, wenn man nach einem anstrengenden Programm, ein Lächeln und eine leckere Stärkung aus der Küche bekommt.
Auch im Team selbst haben wir gemerkt, wie wertvoll Offenheit und Mitgefühl sind. Jeder hat seine eigene Art mitgebracht, manche eher reflektiert, andere mit voller Energie und gerade das hat uns stark gemacht. Die Teamabende waren kleine (und späte) Ruheinseln, an denen wir gemeinsam auf die Tage schauten und potentielle Verbesserungen der Tagestrukturen in praktische Anwendungen übersetzten.
Wir haben so viel vorbereitet, kalkuliert und geplant: Dennoch kam vieles anders als erwartet. Vor allem bei dem ersten Mal an dem wir diese Ferienfreizeit als Leitung begleiten durften, merkten wir, wie groß der Aufwand wirklich ist. Aber wir haben viel gelernt: Es geht nicht darum, dass alles perfekt läuft, sondern wie man gemeinsam mit Herausforderungen umgeht.
Besonders wichtig war uns die Beziehung zu den Kindern auf Augenhöhe. Das bedeutet, Verständnis für individuelle Bedürfnisse der Kinder entgegenzubringen und sich die nötige Zeit für sie zu nehmen. Das Resultat von diesem Ansatz hat uns überrascht: Die Kinder lernten von dieser Art des Umgangs. An der Tischtennisplatte, die schnell zum Mittelpunkt der Begegnungen wurde, konnte man das am besten beobachten. Die jüngsten Kinder erhielten nicht nur das Extraleben sondern durften sich soviele Versuche für den Aufschlag nehmen, bis dieser gelang.
Ein weiterer Punkt war die Kompromissbereitschaft. Kompromissbereit zu sein hat uns viel abverlangt aber auch unglaublich bereichert. Zum Beispiel konnten wir uns auf eine spätere Schlafenszeit einigen, unter der Bedingung, dass die Kinder das „zu Bett gehen“ für uns mit weniger Widerstand gestalten. So brachte uns die Offenheit für neue Ideen und Wege, ein Zusammenleben, das wir so vorher nicht erwartet hätten.
Es sind die vielen kleinen Momente, die uns bleiben: Kinder, die plötzlich über sich hinauswachsen und Rücksicht auf die jüngeren nehmen. Eine Runde Lachen, der neue Rekord beim Abwasch oder die stille Freude, wenn jemand sich traut etwas Neues auszuprobieren. Jeder einzelne hat seine eigene Geschichte mitgebracht und wir durften ein Teil davon mitgestalten und kennenlernen.
Für uns war es ein riesiger Lernprozess. Wir haben verstanden, dass Führung nicht bedeutet, alles im Griff zu haben. Es bedeutet, Räume zu schaffen, in denen Kinder, Jugendliche und auch wir Teamer sich entfalten oder einfach so sein können, wie wir sind und in denen wir selbst auch wachsen dürfen.
Am Ende blicken wir auf eine Freizeit voller Erinnerungen und lachenden Kinder Gesichter zurück. Müde? Ja! Aber vor allem erfüllt und dankbar.